Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes

Empfehlungen zur Umsetzung des Pakts für den ÖGD

Im Zuge der Corona-Pandemie beschloss die Bundesregierung im Juni 2020 ein Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket. Teil dieses Paketes ist der „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“. Verschiedene Organisationen, darunter auch BVPG-Mitgliedsorganisationen, geben Empfehlungen zur Umsetzung und positionieren sich.

Der "Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst" (ÖGD) ist ein Maßnahmenpaket, das den ÖGD in Deutschland langfristig auf allen Ebenen stärken soll. Das bedeutet konkret die Verbesserung der Personalsituation, eine finanzielle Stärkung des ÖGD seitens des Bundes, die Verankerung ÖGD-relevanter Inhalte im Medizinstudium sowie die Stärkung des Health in All Policies-Ansatzes.

Langfristige Stärkung des ÖGD auf allen Ebenen

Das Zukunftsforum Public Health hat in Zusammenarbeit mit vier weiteren Organisationen, u.a. des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V., einer Mitgliedsorganisation der BVPG, Empfehlungen für politische Entscheidungsträgerinnen und -träger für die Umsetzung und Ausgestaltung dieser Eckpunkte verschriftlicht. Sieben Kernaussagen sind Teil dieses Statements.

Als besonders relevant wird die Partizipation von Vertreterinnen und Vertretern des ÖGD bei der Ausformulierung und Ausgestaltung des Pakts bewertet. Das von der Gesundheitsministerkonferenz 2018 beschlossene "Leitbild für einen modernen Öffentlichen Gesundheitsdienst. Zuständigkeiten. Ziele. Zukunft." (PDF) soll maßgeblich bei der Ausgestaltung des Pakts einbezogen werden.

Die Orientierung an den Bedarfen der Bevölkerungsgesundheit ist zentral - dazu zählt neben dem Infektionsschutz u.a. auch die Prävention von nichtübertragbaren Krankheiten (non-communicable diseases, NCDs), wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Hier gelangen Sie zum Statement des Zukunftsforums Public Health "Der Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst. Empfehlungen für Umsetzung und Ausgestaltung" (PDF).

Das Gesunde Städte-Netzwerk, ebenso eine Mitgliedsorganisation der BVPG, weist in seinem Positionspapier insbesondere auf die Weiterentwicklung der Prävention und Gesundheitsförderung in den Gesundheitsämtern als Organisationseinheiten als auch auf die verstärkte Aufmerksamkeit für die Lage von schwierig zu erreichenden Bevölkerungsgruppen und die konsequente Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (non-communicable diseases, NCDs) hin.

Weitere Informationen zur Position des Gesunde Städte-Netzwerks zum Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst finden Sie hier (PDF).

Personaloffensive für Gesundheitsämter

Auch die Bundesärztekammer (BÄK), ebenfalls eine Mitgliedsorganisation der BVPG, gibt in ihrem Positionspapier Hinweise zur Ausgestaltung und Umsetzung des Pakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst und zur weitergehenden Stärkung des ÖGD im Sinne des ÖGD-Leitbildes von 2018.

Sie beschreibt in Ihrer Stellungnahme sechs Schritte, die aus ihrer Sicht umgesetzt werden sollten, um eine mögliche zweite Pandemie-Welle bewältigen zu können. Einer dieser Schritte ist die zügige Bereitstellung der mit dem Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst beschlossenen finanziellen Mittel. Eine erneute Überlastung des ÖGD soll dadurch verhindert werden - damit verbunden ist auch die dauerhafte Verbesserung der personellen Ressourcen im ÖGD.

Die BÄK regt außerdem an, ein Gutachten über die Entwicklung des ÖGD in Auftrag zu geben, um u.a. die Erweiterung des Aufgabenspektrums des ÖGD seit den 1990er Jahren zu analysieren.

Zur vollständigen Stellungnahme der BÄK "Lehren aus der Corona-Pandemie: Dauerhafte Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes dringend erforderlich. Eine Positionierung der Bundesärztekammer zur Ausgestaltung und Umsetzung des Pakts für den Öffentlichen Gesundheitsdienst" gelangen Sie hier (PDF).

 

Das Zukunftsforum Public Health entwickelte in Zusammenarbeit mit der BVPG und Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V. das Arbeitspapier "Health in All Policies - Entwicklungen, Schwerpunkte und Umsetzungsstrategie für Deutschland" - lesen Sie in unserem Beitrag mehr darüber.