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Empirische Grundlagen für die Ableitung wirksamer Präventionsansätze


Donnerstag, 25. September 2014

Das Spiel mit dem Glück: Studie zum Freizeit- und Glücksspielverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener


Jugendliche beim ComputerspielenJugendliche standen im Fokus des bundesweiten Aktionstags gegen Glücksspielsucht am 25. September 2014. Dieser soll über das Suchtpotenzial des Glücksspielens aufklären und die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren. Empirische Grundlagen für die Ableitung wirksamer Präventionsansätze legten nun Prof. Dr. Heino Stöver und Kollegen mit ihrer aktuellen Veröffentlichung vor.

Während Repräsentativstudien vor allem belastbare Daten zu Spielanteilen für unterschiedliche Glücksspielformen liefern und Aufschluss zur Verbreitung der Suchtproblematik in der deutschen Bevölkerung geben, bestehen Forschungslücken insbesondere im Hinblick auf das Verständnis von Glücksspielen im Alltagskontext.

Mit der Studie „Freizeit- und Glücksspielverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener" liefern Prof. Heino Stöver und Kollegen einen wichtigen Beitrag, um diese Wissenslücken zu schließen und wirksame Präventionsansätze empirisch zu fundieren.

Datengrundlage der Studie bilden die Auswertungen einer 2013 durchgeführten Online-Befragung von insgesamt 6.784 Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Altersgruppe 14 bis 30 Jahre.

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Die meisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen spielen entweder gar nicht (41,3 Prozent) oder sind eher unproblematische (Gelegenheits-)SpielerInnen (56,4 Prozent). Lediglich 2,3 Prozent der Befragten lassen sich der Gruppe der problematischen bzw. pathologischen SpielerInnen zuordnen. Diese weisen einen signifikant höheren Anteil an Familienangehörigen und Freunden auf, die selbst Glücksspiele spielen. Weitere Charakteristika sind eine geringere Lebenszufriedenheit, eine höhere Anfälligkeit für Befindlichkeitsbeeinträchtigungen und eine höhere Affinität zum Konsum von Alkohol und Zigaretten.

Der Einstieg in das Glücksspiel erfolgt für 31 Prozent der befragten Jugendlichen und jungen Erwachsenen über Lose, für 18 Prozent über das Lotto-Spiel. Dieses sowie Sportwetten im Internet oder im Wettbüro haben unter den Glücksspielformen die größte Bindungswirkung, d.h. sie werden häufiger nach dem ersten Ausprobieren dauerhaft gespielt. Geldgewinnspielgeräte stellen hingegen seltener den Einstieg für das Glücksspielen dar; auch hinsichtlich ihrer Bindungswirkung befinden sie sich eher im Mittelfeld.

Der Zugang zum Glücksspiel wird Jugendlichen insbesondere durch eingeschränkte bzw. mangelnde Alterskontrollen im Internet bzw. an Geldgewinnspielgeräten im Gastronomiebereich erleichtert. Als schwieriger wird hingegen der Zugang in gewerblichen Spielhallen erachtet.

Die Veröffentlichung liefert empirische Befunde für die Ausrichtung und Konzeption umfassender Präventionsmaßnahmen. Diese müssen sich den Autoren zufolge zielgerichtet an ganz bestimmte Personengruppen wenden, die aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur und Lebenssituation besonders gefährdet sind, ein problematisches Spielverhalten zu entwickeln.


Quelle

Stöver H, Kaul O, Kauffmann R (2014): Freizeit- und Glücksspielverhalten Jugendlicher und junger Erwachsener. Lambertus-Verlag, Freiburg im Breisgau. 113 Seiten. Preis: 19,90 Euro.

 




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Seite erstellt am: 25.09.2014 13:04:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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