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Welche Qualität hat das Mittagessen an Deutschlands Schulen?


Dienstag, 9. Dezember 2014

Qualitätsoffensive für gesundes Schulessen


Schüler in KantineWelche Qualität hat das Mittagessen an Deutschlands Schulen? Dieser Frage ist die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen einer bundesweiten Erhebung nachgegangen.

Ziel der Erhebung war es, die aktuelle Situation der Schulverpflegung in Deutschland abzubilden und die Qualität der Schulverpflegung sowie ihre strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen zu bewerten. Dazu wurden bundesweit 1.553 Schulleitungen und 212 Schulträger sowie 12.082 Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Schulformen befragt.


Heterogenität in der Schulverpflegung

Strukturelle Unterschiede in der Umsetzung der Schulverpflegung resultieren den Angaben der Schulleitungen zufolge u.a. aus dem Bestell- und Bezahlverfahren, dem Ort des Mittagessens und der Pausendauer. Letztere entspricht in nur 39 Prozent der Fälle der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) von mindestens 45 Minuten. In nahezu zwei Drittel aller Schulen ist die Schulleitung für die Schulverpflegung verantwortlich, ein von den Vernetzungsstellen Schulverpflegung empfohlener Verpflegungsausschuss wird nur von 6,9 Prozent der Schulen vorgehalten.

Nach Auskunft der Schulträger schwanken die Preise für die Mittagsverpflegung (meist inkl. Dessert und Getränk) zwischen 1,50 und 3,27 Euro für die Grundschulen (Durchschnitt: 2,83 Euro) und 1,50 und 3,68 Euro in weiterführenden Schulen (Durchschnitt: 3,05 Euro). Die Zuschüsse der Schulträger liegen zwischen 0 und 2,50 Euro pro Mahlzeit.

An 27,7 Prozent der Schulen finden Qualitätskontrollen des Schulessens statt, vertragliche Regelungen zur Qualität (Leistungsverzeichnisse) liegen nur in den Stadtstaaten zu 100 Prozent vor.


Schulverpflegung aus Sicht der Schülerinnen und Schüler

Mit zunehmendem Alter nehmen weniger Schülerinnen und Schüler eine warme Mahlzeit in der Schule ein. Dabei wird das Essen im Primarbereich überwiegend als zufriedenstellend bis sehr gut bewertet, im Sekundarbereich etwas schlechter. Insgesamt wird die Mittagsverpflegung als gut bis „geht so" bewertet (Note 2,5 im Primarbereich und 2,6 im Sekundarbereich).


Qualitätsoffensive zur Verbesserung des Schulessens

Aufbauend auf den Untersuchungsergebnissen wurden fünf Forderungen formuliert, die zur Verbesserung des Schulessens beitragen sollen:

  1. Der Qualitätsstandard für die Schulverpflegung muss verbindlich sein;
  2. Anbieter von Schulessen müssen sich qualifizieren, um an Schulen als Anbieter für Warmverpflegung zugelassen zu werden;
  3. die Verpflegung muss in direkter Verantwortung der Schulleitung liegen, zudem sollten Verpflegungsausschüsse – bestehend aus Eltern-, Lehrer- und SchülervertreterInnen – zur Qualität des Schulessens beitragen;
  4. die Vernetzungsstellen Schulverpflegung müssen weiterhin Dreh- und Angelpunkt im Handlungsfeld bleiben und als Beratungsstellen für Schulträger, Schulen und Verpflegungsanbieter verankert werden;
  5. die Schülerinnen und Schüler müssen stärker in die Planung und Umsetzung der Schulverpflegung einbezogen werden.

Quellen
  • Bundeskongress Schulverpflegung 2014. Qualität der Schulverpflegung – Bundesweite Erhebung – Ergebnispräsentation. Link...
  • IN FORM: Schulessen in Deutschland: Von delikat bis Ätzspinat. Erster Bundeskongress Schulverpflegung. Link...


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Seite erstellt am: 09.12.2014 15:17:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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