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Alzheimer verhindern durch gesünderen Lebensstil


Mittwoch, 2. September 2015

Mit Bewegung Alzheimer verhindern?!


Älteres Paar beim SpazierenJede dritte Alzheimererkrankung im europäischen Raum könnte durch einen gesünderen Lebensstil verhindert werden – so legen es die Auswertungen einer internationalen ForscherInnengruppe um Dr. Sam Norton nahe. Welche Bedeutung kommt dem Faktor „Bewegung“ in diesem Zusammenhang zu? Zwei Studien zeichnen ein unterschiedliches Bild.

Hinweise darauf, dass Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Übergewicht oder körperliche Inaktivität die Entstehung von Alzheimer begünstigen, lieferten bereits zahlreiche Studien. Einen Schritt weiter gingen nun britische und US-amerikanische Forscherinnen und Forscher um Dr. Sam Norton: Diese untersuchten die Auswirkungen von sieben Lebensstilfaktoren (Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht, Inaktivität, Depression, Rauchen und niedriges Bildungsniveau) auf die Entstehung von Alzheimer und berücksichtigten dabei auch die Zusammenhänge einzelner Risikofaktoren.

Mithilfe statistischer Verfahren zeigten Dr. Norton und sein Team auf, dass sich im europäischen Raum 31,4 Prozent der Alzheimererkrankungen durch einen gesünderen Lebensstil verhindern ließen.

Körperliche Inaktivität stellt für Europa den größten Risikofaktor dar; dieser verursacht isoliert betrachtet bereits jede fünfte Alzheimererkrankung. An zweiter Stelle folgen Rauchen und niedrige Bildung: Durch diese Faktoren lassen sich jeweils 13,6 Prozent der Alzheimererkrankungen erklären; elf Prozent der Alzheimerfälle könnten verhindert werden, wenn die europäische Bevölkerung frei von Depressionen wäre. Diabetes, Adipositas und Hypertonie weisen hingegen einen geringeren Einfluss auf: Mit diesen Faktoren lassen sich den Berechnungen zufolge zwischen 3,1 und 6,8 Prozent aller europäischen Erkrankungsfälle erklären.

Bereits durch einen Rückgang der Prävalenz um zehn Prozent bei den vermeidbaren Risikofaktoren könnten - so die Schätzung der ForscherInnen - bis zum Jahr 2050 1,5 Millionen Alzheimererkrankungen verhindert werden. Mehr Bewegung stellt dabei die wirksamste Lebensstilmodifikation zur Senkung der Alzheimerprävalenz in der europäischen Bevölkerung, so die WissenschafterInnen. 

 
Bewegung als Erfolgsrezept?!

Diesen Ergebnissen stehen nun die Resultate der aktuellen LIFE-Studie gegenüber. 1.635 Personen im Alter von 70 bis 89 Jahren wurden in die Studie einbezogen; diese hatten noch keine Demenz und pflegten einen eher sitzenden Lebensstil mit wenig körperlicher Aktivität.

Im Rahmen der Studie absolvierten die Teilnehmenden zwei Jahre lang zweimal pro Woche ein 30-minütiges Walking-Programm, ein zehnminütiges Krafttraining der Beine sowie Balanceübungen. Eine Kontrollgruppe durfte ein halbes Jahr lang einmal pro Woche an einem Gesundheitsworkshop teilnehmen; dieser beinhaltete Streck- und Dehnübungen der Beine, im Vordergrund standen jedoch die Themen Ernährung, Vorsorge und allgemeine Krankheitsprävention.

Die Ergebnisse der Intervention zeigten, dass sich die kognitive Leistung von trainierten und untrainierten Teilnehmenden nur geringfügig unterschied: Eine Reihe von Tests zu Gedächtnisleistung, Exekutivfunktionen und Reaktionsgeschwindigkeit bestätigte vergleichbare Resultate in beiden Gruppen. Auch eine Demenz trat in beiden Gruppen ähnlich häufig auf (13,2 Prozent versus 12,1 Prozent).

Eine bessere Hirnfunktion im Vergleich zur Kontrollgruppe konnte lediglich für die über 80-Jährigen sowie diejenigen mit der schlechtesten Fitness zu Studienbeginn nachgewiesen werden.

Ein Rückgang der kognitiven Leistung konnte jedoch in keiner der Gruppen festgestellt werden. Die Autorinnen und Autoren führten dies auf gute kognitive Reserven der Teilnehmenden zurück - zwei Drittel hatten einen College-Abschluss.  

 

Quellen 

Norton S et al. (2014): Potential of primary prevention of Alzheimer`s disease: an analysis of population-based data. In: The lancet Neurology 2014; 13: 788-794.

Sink KM et al. (2015): Effect of a 24-Month Physical Activity Intervention vs Health Education on Cognitive Outcomes in Sedentary Older AdultsThe LIFE Randomized Trial. In:JAMA 2015; 314(8): 781-790.     

 

Weiterführende Informationen 

Dass eine gesunde Ernährung, ausreichend körperliche und geistige Aktivität sowie die Kontrolle kardiovaskulärer Risikofaktoren den geistigen Abbau im Alter abbremst, belegte jüngst auch eine große randomisiert-kontrollierten Studie aus Finnland.

Zum entsprechenden Artikel "Gesundes Leben bremst geistigen Abbau" gelangen Sie hier.

 

Zum Artikel "Bewegung und Omega-3-Fette helfen Hirn kaum", veröffentlicht am 31.08.2015 in der Ärzte Zeitung, gelangen Sie hier.

 

 


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Seite erstellt am: 02.09.2015 15:51:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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