| Direkt zum Inhalt springen |

Logo und Funktionslinks:

Slogan der BVPG: Gemeinsam Gesundheit foerdern

Volltextsuche:

 

Horizontale Navigation:


Brotkruemelnavigation:


Vertikale Navigation:


Inhalte:

Neue Leistungen, mehr Koordination und mehr Qualität?!


Donnerstag, 29. Oktober 2015

Perspektiven der betrieblichen Gesundheitsförderung vor dem Hintergrund des Präventionsgesetzes – Nachlese zur Statuskonferenz


Vortrag auf VeranstaltungDas Präventionsgesetz soll neue Leistungen, mehr Koordination und mehr Qualität ermöglichen – auch in der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF). Doch was ändert sich wirklich in der Praxis? U.a. diese Frage diskutierten die Teilnehmenden der Statuskonferenz, die von der BVPG und der Basi gemeinsam im Rahmen des Internationalen Kongresses für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (A+A) veranstaltet wurde.

Einführend skizzierte Dr. Uwe Prümel-Philippsen, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG), die Entwicklung der thematischen Befassung mit der "Betrieblichen Gesundheitsförderung" in den letzten zehn Jahren. Dabei verwies er vor allem auf die zunehmende Verzahnung zwischen den Regelungsbereichen "Arbeit" und "Gesundheit" und benannte beispielhaft die nun im Präventionsgesetz geregelte Verbindung der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) mit dem Konzept und der Praxis der bisherigen Präventionsleistungen gemäß SGB V.

Anschließend gab Tamara Hammer, stellvertretende Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (Basi) e.V., den Teilnehmenden einen kurzen Überblick zu den Inhalten der Vormittagsveranstaltung, in der die gesetzlichen Sozialversicherungsträger Kranken-, Pflege-, Unfall- und Rentenversicherung der Frage nachgingen, wie das Präventionsgesetz Prävention und Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz zukünftig stärken und ausbauen kann.

Am Beispiel des Bundeslands Sachsen-Anhalt gab Martina Kolbe, Geschäftsführerin der Landesvereinigung für Gesundheit Sachsen-Anhalt e.V., sodann einen Einblick in die betriebliche Gesundheitsförderung in Settings. Sie zeigte auf, dass insbesondere die Alterung der Beschäftigten in den Settings "Kita", "Schule" und "Krankenhaus" große Herausforderungen darstellen werden. Betrieblicher Gesundheitsförderung komme vor diesem Hintergrund eine wichtige Bedeutung zu. Die Referentin kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die Datenlage in diesem Arbeitsfeld insgesamt noch stark verbesserungsbedürftig ist, um klare Konsequenzen für die Praxis der BGF aufzeigen zu können. Insbesondere müsste hier - wie in anderen Themenbereichen auch - eine "Kultur des Scheiterns" Eingang in die Berichterstattung finden, damit auf dieser Basis eine wirklich bedarfsorientierte Weiterentwicklung der betrieblichen Gesundheitsförderung eingeleitet werden kann.

Unter dem Titel "Neue Chancen - verbesserte Bedingungen" machte Gudrun Faller, Professorin an der Hochschule für Gesundheit Bochum, deutlich, dass eine Ausweitung der finanziellen Investitionen für betriebliche Gesundheitsförderung - wie sie im Präventionsgesetz vorgesehen ist - allein nicht ausreicht, um präventive Wirkungen entfalten zu können. Vielmehr bedarf es einer geeigneten inhaltlichen Schwerpunktsetzung, um mit den verfügbaren Mitteln ausschließlich qualitätsgesicherte Maßnahmen entfalten zu können. Neue Chancen eröffnet hier der Referentin zufolge vor allem der § 20g; die hier vorgesehenen Modellvorhaben bieten einen passenden Rahmen, um neue Ansätze zu erproben.

 

 

Mit der Frage "Was ändert sich durch das Präventionsgesetz in der Praxis?" setzten sich abschließend die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion auseinander. Wie die Fachkräfte aus Management und Präventions-Praxis verdeutlichten, sind die Auswirkungen des Gesetzes in der Praxis bisher noch wenig spürbar; das Gesetz sei in Betrieben - sowohl bei Verantwortlichen als auch bei Beschäftigten - noch zu wenig bekannt. Hier sind insbesondere die Verbände aufgefordert, die Inhalte des Präventionsgesetzes sowie die damit einhergehenden Chancen in die Breite zu tragen.

Die Diskussion machte ebenfalls deutlich, dass an vielen Stellen noch erheblicher Konkretisierungsbedarf bezüglich der Ausgestaltung und Umsetzung des Präventionsgesetzes herrscht - auch zu Fragen der Qualität, der Evaluation und der Wirksamkeit. Unabhängig von der grundsätzlich positiven Bewertung des neuen § 20g sind im Hinblick auf die Umsetzung und Organisation der Modellvorhaben außerdem derzeit noch mehr offene Fragen als Antworten im Raum.

Trotz zahlreicher offener Punkte, die teilweise erst mit der Aushandlung der Landesrahmenvereinbarungen Konturen gewinnen werden, waren sich die Teilnehmenden einig, dass das Präventionsgesetz für alle Beteiligten neue Gestaltungsspielräume biete - diese zu nutzen und damit zu neuen Leistungen, mehr Koordination und mehr Qualität beizutragen, sei eine Aufgabe aller und erfordere nicht zuletzt auch die Eigeninitiative der Akteurinnen und Akteure im Feld. 

 

 

Die Veröffentlichung einer Veranstaltungsdokumentation ist vorgesehen. Diese kann dann bei der BVPG kostenfrei bestellt werden (info@bvpraevention.de) und wird ebenfalls auf der Internetseite zu finden sein.

 

 


Dieser Beitrag gefällt 112 Person(en)


Seite erstellt am: 29.10.2015 16:00:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






Termine und Ankuendigungen: