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Startseite : Gesund am Arbeitsplatz : Beiträge - 2016 : Arbeitsmarktintegration


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Einfluss des Gesundheitszustands


Dienstag, 9. August 2016

Integration in den Arbeitsmarkt: Welche Rolle kommt der Gesundheit zu?


Geschäftsmänner mit AktentaschenDen Einfluss des Gesundheitszustands auf die Arbeitsmarktintegration untersuchten PD Dr. Alfons Hollederer und Sven Voigtländer im Rahmen einer aktuellen Analyse. Dabei zeigten sie u.a., dass die Reintegrationschancen von Arbeitslosen umso höher sind, je besser diese ihren Gesundheitszustand bewerten.

Die Wechselwirkungen zwischen Arbeitslosigkeit und Gesundheit stehen im Mittelpunkt einer Auswertung von PD Dr. Alfons Hollederer und Sven Voigtländer. Basis ihrer Untersuchung bilden Daten des Panels "Arbeitsmarkt und Soziale Sicherung" (Welle 3 bis Welle 7), das sich aus LeistungsempfängerInnen der Bundesagentur für Arbeit sowie einer haushaltsbasierten Stichprobe der Bevölkerung zusammensetzt.

In Übereinstimmung mit dem bisherigen Stand der Forschung konnten die Wissenschaftler aufzeigen, dass sich Arbeitslose und Erwerbstätige im Hinblick auf ihren Gesundheitszustand unterscheiden. Dies verdeutlichen u.a. höhere Prävalenzraten bei Behinderungen, seelischen Problemen, der Anzahl durchschnittlicher Arztkontakte und stationärer Behandlungen bei Arbeitslosen. Darüber hinaus pflegt ein großer Teil der Arbeitslosen einen bewegungsarmen Lebensstil: So geben fast die Hälfte der arbeitslosen Frauen und etwa 39 Prozent der arbeitslosen Männer an, nie sportlich aktiv zu sein.

Wechselwirkungen zwischen Arbeitslosigkeit und Gesundheit untersuchten die Wissenschaftler zudem mit Hilfe von Regressionsmodellen. Hierbei zeigte sich, dass die Reintegrationschancen von Arbeitslosen umso höher sind, je besser sie ihren Gesundheitszustand bewerten. Zugleich konnten Hollederer und Voigt zeigen, dass das Risiko, im Folgejahr von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein, umso höher ist, je ungünstiger Beschäftige ihren Gesundheitszustand beurteilen.

Auf Grundlage dieser Ergebnisse lassen sich den Wissenschaftlern zufolge wichtige Ansatzpunkte für Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung ableiten. Demnach sollten Interventionen zum einen bei von Arbeitslosigkeit bedrohten Beschäftigten mit gesundheitlichen Einschränkungen ansetzen (z.B. Arbeitsplatzanpassungen); zum anderen sollten Arbeitslose mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen unterstützt werden (z.B. durch ein gesundheitsbezogenes beschäftigungsorientiertes Fallmanagement). Darüber hinaus sprechen die Wissenschaftler der Bewegungsförderung bei Arbeitslosen ein großes Potenzial zu, denn diese könne sich sowohl positiv auf die (psychische) Gesundheit auswirken, als auch die soziale Integration fördern. 

 

Quelle

Hollederer A, Voigtländer S (2016): Die Gesundheit von Arbeitslosen und die Effekte auf die Arbeitsmarktintegration. Bundesgesundheitsblatt 2016; 59: 652-661.

 

 


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Seite erstellt am: 09.08.2016 08:34:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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