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Lebenserwartung und Bildungsstand im internationalen Vergleich


Mittwoch, 5. Oktober 2016

Lebenserwartung: Bildungsunterschiede ausschlaggebend


HörsaalDie Lebenserwartung steigt kontinuierlich – jedoch nicht bei allen Bevölkerungsteilen gleichermaßen. Dass die Unterschiede vor allem zwischen gut und weniger gebildeten Menschen zunehmen, zeigen nun Forscher des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung.

„Wer eine hohe Bildung hat, lebt in der Regel einige Jahre länger als Personen mit niedrigen Bildungsgrad" – so Domanatas Jasilionis, Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock. Zusammen mit seinem Kollegen Vladimir Shkolnikov hat er einen Überblick zum Zusammenhang zwischen Lebenserwartung und Bildungsstand im internationalen Vergleich erstellt.

Wie die Auswertungen zeigen, hat das Ausmaß der Ungleichheiten in der Sterblichkeit zwischen unterschiedlichen Bildungsgruppen in den letzten Jahren zugenommen. Dies illustrierten die Wissenschaftler u.a. am Beispiel Schwedens. Hier verdoppelte sich der Abstand in der Lebenserwartung zwischen der niedrigsten und der höchsten Bildungsschicht innerhalb von zwölf Jahren.

Wiesen dort im Jahr 1988 30-jährige Männer mit hohem Bildungsabschluss eine fernere Lebenserwartung von 48 Jahren auf, so lag diese bei Männern mit niedrigem Bildungsstand bei etwa 45 Jahren. Bis zum Jahr 2000 war die fernere Lebenserwartung in beiden Bildungsschichten gestiegen – der Unterschied zwischen ihnen war jedoch auf fünf Jahre angewachsen.

Eine ähnliche Entwicklung konnten die Wissenschaftler auch bei schwedischen Frauen nachweisen. Lag der Unterschied in der ferneren Lebenserwartung im Jahr 1988 noch bei zwei Jahren zwischen der höchsten und niedrigsten Bildungsgruppe, so hatte sich dieser zwölf Jahre später verdoppelt.

Dass die Lebenserwartung der Hochgebildeten schneller wächst, zeigten auch die Auswertungen aus den anderen skandinavischen sowie zentral- und osteuropäischen Ländern. Vergleichsweise klein war hingegen die Schere in England, Wales und einigen südeuropäischen Regionen.

Als Hauptgrund für die allgemeine Zunahme der Lebenserwartung benannten die Wissenschaftler die niedrigere Sterblichkeit ab 65 Jahren. Diese lasse sich vor allem auf Verbesserungen in der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückführen, von denen insbesondere Hochgebildete profitierten.

Insgesamt – so das Fazit der Autoren – sei mit einem weiteren Anstieg der Lebenserwartung in allen Bevölkerungsschichten zu rechnen. Eine wichtige Rolle bei der weiteren Entwicklung der Lebenserwartung schrieben Jasilionis und Shkolnikov in diesem Zusammenhang jedoch Risikofaktoren wie Rauchen und Übergewicht sowie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu. 

 

 

Quellen

Jasilionis D, Shkolnikov VM (2016): Longevity and education: a demografic perspective: Gerontology 62, 3, 253-262.

Jasilionis D, Shkolnikov VM (2016): Lebenserwartung: Trends bei Hochgebildeten weisen den Weg. In: Demografische Forschung. Aus erster Hand Jg. 13. 3. Quartal. Link zur PDF-Datei...

 

 


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Seite zuletzt geändert am: 05.10.2016 11:12:00, ursprünglich angelegt am: 29.09.2016 11:12:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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