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Tabakkonsum junger Frauen in den neuen Bundesländern


Montag, 29. Mai 2017

Sterblichkeit durch Rauchen für ostdeutsche Frauen bald höher als für westdeutsche


Ausgedrückte ZigaretteWeil der Tabakkonsum junger Frauen in den neuen Bundesländern seit der Wiedervereinigung deutlich steigt, könnten ihre Sterberaten die der Frauen im Westen bald überholen. Der tödliche Trend blieb bisher verborgen unter der generell guten Entwicklung der Lebenserwartung im Osten.

Die Zahl ostdeutscher Frauen, die an den Folgen des Rauchens sterben, könnte unerwartet und dramatisch in die Höhe schnellen, wie Berechnungen des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock bis zum Jahr 2036 zeigen.

Demnach klettert die Sterblichkeit – also die Wahrscheinlichkeiten, in einem bestimmten Alter zu sterben – allein durch Lungenkrebs in den nächsten Jahrzehnten für ostdeutsche Frauen im Alter ab 50 Jahren kontinuierlich in die Höhe. Lungenkrebs gilt als ein starkes Indiz für Folgen des Rauchens.

Gleichzeitig prognostizieren die beteiligten Forscherinnen und Forscher des Instituts, dass sowohl die Sterblichkeit allein durch Lungenkrebs als auch die durch Rauchen allgemein ausgelöste Sterblichkeit für westdeutsche Frauen im Alter 50+ dauerhaft sinken wird. Denn ganz anders als im Osten sinkt der Tabakkonsum im Westen kontinuierlich.

Die allgemeine Sterblichkeit der Frauen von 50 bis 69 liegt momentan im Osten unter der im Westen. Das Max-Planck-Institut prognostiziert jedoch, dass die allgemeinen Sterberaten im Osten die im Westen in 20 Jahren (2036) wegen des sich ändernden Tabakkonsums um fast zehn Prozent übersteigen werden.

Allein dieser Überschuss von fast zehn Prozent in der allgemeinen Sterblichkeit bedeute 800 Todesfälle durch Rauchen unter den 50- bis 69-jährigen Frauen im Osten.

„Die Politik ermöglicht diesen Zuwachs an Todesfällen in Ostdeutschland", sagt Mikko Myrskylä, der die Forschungsergebnisse jetzt im demografischen Fachjournal „Demography" veröffentlichte. Eine aggressivere Anti-Raucher-Politik könnte den starken Anstieg des Tabakkonsums unter ostdeutschen Frauen eindämmen und damit Todesfälle verhindern, so der Demograf. 

 

Tabakprävention in Deutschland

Für effektive gesetzliche Maßnahmen, die dazu beitragen, den Tabakkonsum in allen Teilen der Bevölkerung langfristig zu senken und die Bürgerinnen und Bürger besser vor Passivrauch zu schützen, setzt sich auch das Aktionsbündnis Nichtrauchen e.V. (ABNR) ein. Mit sieben Forderungen u.a. zu den Themen Nichtraucherschutz, Tabakwerbung und -entwöhnung richtet es sich gezielt an politische Entscheidungsträgerinnen und -träger. Zur Homepage des Aktionsbündnisses gelangen Sie hier.

 

Quelle:

Pressemitteilung des Max-Plack-Instituts für demografische Forschung vom 10. Mai 2017 „Sterblichkeit durch Rauchen für ostdeutsche Frauen bald höher als für westdeutsche". Link...

 

Originalveröffentlichung:

Tobias Vogt, Alyson van Raalte, Pavel Grigoriev, Mikko Myrskylä: The German East-West Mortality Difference: Two Cross-Overs Driven by Smoking, Demography, DOI 10.1007/s13524-017-0577-z

 

 


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Seite zuletzt geändert am: 29.05.2017 13:55:00, ursprünglich angelegt am: 17.05.2017 13:55:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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