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Startseite : Gesunde Kinder und Jugendliche : Beiträge - 2013 : Lebensqualität im Kindesalter


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Zusammenhang zwischen körperlicher (In)Aktivität und Lebensqualität


Montag, 23. Dezember 2013

Lebensqualität im Kindesalter


Jungen beim FußballspielenWelcher Zusammenhang besteht zwischen körperlicher (In)Aktivität, Erkrankungshäufigkeit und gesundheitsbezogener Lebensqualität? Diese Frage steht im Mittelpunkt der aktuellen Untersuchung einer Forschungsgruppe der Universität Ulm, bei der Daten von 1.714 Grundschulkindern aus Baden-Württemberg ausgewertet werden.

Körperliche Inaktivität gilt als bedeutendes Public Health Problem des 21. Jahrhunderts; das Gesundheitsrisiko durch Bewegungsmangel wird ähnlich dem von Rauchen eingestuft (Lee et al. 2012). Auch Kinder verbringen Studienergebnissen zufolge zunehmend Zeit mit sitzenden Tätigkeiten - begünstigt wird diese Zunahme insbesondere durch den steigenden Medienkonsum. Der Zusammenhang zwischen körperlicher (In)Aktivität und gesundheitsbezogener Lebensqualität im Kindesalter wurde bisher jedoch nur selten umfassend untersucht.

Mit der Studie "Lebensqualität und Erkrankungshäufigkeit bei Grundschulkindern in Korrelation mit Bewegung und Medienkonsum" sollen vor diesem Hintergrund erweiterte Assoziationen von Bewegung und Gesundheit aufgezeigt werden.


Grundlage der Untersuchung bildet die Baden-Württemberg Studie. Diese umfasst Daten einer Basisuntersuchung von 1.714 Kindern im Alter von sechs und sieben Jahren sowie Angaben aus Elternbefragungen.

Anhand dieser Angaben erstellten die ForscherInnen folgende Variablen:

  • Anzahl der Fehltage der Kinder im zurückliegenden Schul- und Kindergartenjahr
  • gesundheitsbezogene Lebensqualität
  • Aktivitäten im Freien von mehr als 60 Minuten am Tag
  • mehr als 60 Minuten moderater bis intensiver körperlicher Aktivität an mindestens vier Tagen pro Woche
  • mehr als einen Kilometer Fahrrad- oder Rollerfahren am Tag
  • einmal pro Woche Vereinssport
  • mehr als dreimal pro Woche Sport außerhalb des Vereins
  • Medienkonsum von mehr als einer Stunde am Tag

Weniger Krankheitstage durch Aktivität

Die Ergebnisse der Auswertung zeigen, dass sich die Durchführung von mehr als 60 Minuten moderater bis intensiver körperlicher Aktivität an mindestens vier Tagen pro Woche besonders positiv auswirkt: Kinder, die dieses Aktivitätslevel erreichen, weisen signifikant seltener mehr als fünf Krankheitstage auf und haben eine höhere gesundheitsbezogene Lebensqualität.

Die Variablen "Aktivitäten im Freien von mehr als 60 Minuten am Tag", "mehr als einen Kilometer Fahrrad- oder Rollerfahren am Tag" sowie "mehr als dreimal pro Woche Sport außerhalb des Vereins" weisen ebenfalls einen positiven - wenn auch nicht durchgängig signifikanten - Zusammenhang mit der Lebensqualität auf.

In Bezug auf das Ausmaß der Mediennutzung konnte in keiner der Messungen ein signifikanter Zusammenhang festgestellt werden.

Dennoch bestätigen die dargestellten Forschungsergebnisse den frühzeitigen Handlungsbedarf für eine verstärkte Förderung körperlicher Aktivität bei Kindern. Den WissenschaftlerInnen zufolge ist "eine breit gefächerte Förderung körperlicher Aktivität, auch außerhalb des Settings Schule, notwendig (...), um die Kinder möglichst frühzeitig für eine aktive, gesunde Lebensweise zu sensibilisieren und damit körperlicher Inaktivität mit deren gesundheitlichen Konsequenzen entgegenzuwirken" (S. 298).


Weitere Beiträge zum Themenbereich finden Sie auch auf der Homepage der BVPG.

  • Körperliche Inaktivität als bedeutendes Public Health-Problem des 21. Jahrhunderts. Link...
  • Bewegung und Gesundheit in der Kommune fördern. Link...
  • Übergewicht und Fettsucht bei 6-12-jährigen Kindern - Prävention durch komplexe Interventionen möglich. Link...

Quellen

Kesztyüs D, Kettner S, Kobel S, Fischbach N, Schreiber A, Kilian R, Steinacker JM (2013): Lebensqualität und Erkrankungshäufigkeit bei Grundschulkindern in Korrelation mit Bewegung und Medienkonsum. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, Jahrgang 64, Nr. 10, 293-300.

Lee IM, ShiromaEJ, Lobelo F, Blair SN, Katzmarzyk PT (2012): Effect of physical inactivity on major non-communicable diseases worldwide: an analysis of burden of disease and life expectancy. The Lancet, Volume 380, Issue 9838, 219-229.




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Seite zuletzt geändert am: 23.12.2013 14:20:00, ursprünglich angelegt am: 16.12.2013 14:20:00
Autor/-in der Seite: Ann-Cathrin Hellwig






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